KI in der Schule – Ethische Haltung und praktische Leitplanken
Wie Internet und Smartphone unserer Wirklichkeit verändern
Künstliche Intelligenz (KI) verändert das System Schule grundlegend. Moderne Sprachmodelle bieten enorme Potenziale, werfen jedoch gleichzeitig drängende pädagogische und ethische Fragen auf. Dieser Vortrag bietet eine fundierte Orientierungshilfe für Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal, um den KI-Einsatz kritisch, verantwortungsbewusst und praxisnah zu gestalten.
Die Veranstaltung beleuchtet zunächst die technologischen Grundlagen und zeigt konkrete Chancen für das Lernen und Lehren auf: Von der Barrierefreiheit und Teilhabe durch vereinfachte Sprache (Textleveling) bis hin zur immensen administrativen Entlastung bei Korrekturarbeiten, Unterrichtsentwürfen oder Elternbriefen. KI kann als „Kreativitäts-Motor“ dienen und Lehrkräfte professionalisieren, etwa durch die Simulation von Elterngesprächen.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Der Vortrag nimmt die Herausforderungen schonungslos in den Blick:
- Wie gehen wir mit fehlerhaften Informationen und „halluzinierten Fakten“ um, die in bis zu 40 % der KI-Antworten auftauchen?
- Welche Gefahr birgt die Reduktion von Diagnostik auf rein messbare Daten?
- Wie verhindern wir den Verlust des kritischen Denkens („Deskilling“) bei Schüler*innen und den „Automation Bias“ – das blinde Vertrauen in die Maschine – bei Lehrkräften?
Im Kern widmet sich der Vortrag der Frage: Was macht die Qualität menschlichen Lehrens aus, wenn die Maschine über unbegrenztes Wissen verfügt? Die Antwort liegt nicht in der Wissensmenge, sondern in der Didaktik, der Haltung und der Urteilskraft der Lehrkraft. Menschliche Intelligenz braucht den Körper als Tor zur Welt und echte Kreativität statt maschinellem „Remixen“. Im letzten Teil werden Leitplanken für den Schulalltag formuliert. Im Zentrum steht dabei das „Primat der Pädagogik“ sowie der notwendige Aufbau einer umfassenden AI Literacy im Kollegium.